21.04. und 01.05. Zwei besondere Orte in unserer Pfarreiengemeinschaft
Mit dem Frühling beginnt in unserer Pfarreiengemeinschaft wieder eine besondere Zeit: Nach der Winterpause kehren wir zurück an zwei außergewöhnliche Orte, die nicht nur durch ihre Lage, sondern auch durch ihre Geschichte und Bedeutung für unsere Gemeinschaft herausragen.
Am 21. April um 19:00 Uhr feiern wir den ersten Gottesdienst in der Petruskirche in Grafendorf. Wenige Tage später, am 1. Mai um 09:00 Uhr, folgt der Auftakt in der Schimmelkapelle St. Stephan in Enzelhausen.
Zwei Kirchen – zwei Geschichten
Die Petruskirche in Grafendorf blickt auf eine bewegte, aber zugleich bodenständige Geschichte zurück. Um das Jahr 1500 zunächst als kleine Holzkirche erbaut, musste sie im Laufe der Jahrhunderte immer wieder erneuert werden. Nach einem Einsturz im Jahr 1704 wurde sie neu aufgebaut, später wegen Baufälligkeit geschlossen und renoviert. Besonders eindrucksvoll ist der Wiederaufbau nach dem Hochwasser von 1951, als die Dorfgemeinschaft tatkräftig mit anpackte. Bis heute ist die kleine Kirche schlicht und ursprünglich geblieben: Sie bietet Platz für nur 34 Personen, besitzt keine Orgel und die Glocken werden noch von Hand geläutet – ein lebendiges Zeugnis gelebter Tradition.
Ganz anders und doch in vieler Hinsicht ähnlich präsentiert sich die Schimmelkapelle St. Stephan in Enzelhausen. Malerisch auf einem Hügel gelegen, reicht ihre Geschichte vermutlich bis in vorchristliche Zeit zurück. Der Ort war schon den alten Germanen heilig, bevor er im Zuge der Christianisierung dem heiligen Stephan geweiht wurde. Besonders bekannt ist die Kapelle durch ihre Sage vom „Schimmel“, einem Pferd, das der Überlieferung nach in der Kapelle verendet sein soll. Ob Legende oder Wahrheit – diese Geschichte prägt bis heute die Identität des Ortes und zeigt, wie tief verwurzelt die Kapelle im kulturellen Gedächtnis der Region ist.
Gemeinsamkeiten, die verbinden
So unterschiedlich die beiden Kirchen auf den ersten Blick erscheinen, so viel haben sie gemeinsam. Beide sind kleine, schlichte Gotteshäuser, die über Jahrhunderte hinweg immer wieder durch das Engagement der Menschen vor Ort erhalten wurden. In Grafendorf wie in Enzelhausen war es die Dorfgemeinschaft, die Verantwortung übernommen, Opfer gebracht und „ihre“ Kirche bewahrt hat.
Beide Orte stehen zudem für eine besondere Form von Glauben: fernab großer, repräsentativer Kirchenräume, dafür nah an der Natur, nah am Alltag der Menschen und geprägt von einer persönlichen, familiären Atmosphäre.
Unterschiede, die ihren Reiz ausmachen
Während die Petruskirche vor allem durch ihre klare, einfache Bauweise und ihre praktische Nutzung besticht, lebt die Schimmelkapelle stark von ihrer Geschichte und ihren Mythen. In Grafendorf spürt man die Kraft des Zusammenhalts und der handfesten Hilfe – etwa nach Naturkatastrophen. In Enzelhausen hingegen begegnet man einer vielschichtigen Vergangenheit, die von alten Kulten über christliche Traditionen bis hin zu sagenhaften Erzählungen reicht.
Warum diese Orte so wichtig sind
Beide Kirchen sind weit mehr als nur Gebäude. Sie sind Ausdruck gelebten Glaubens, Zeichen von Gemeinschaft und Identität. Sie erzählen davon, wie Menschen über Generationen hinweg Verantwortung übernommen haben – für ihren Glauben, für ihre Traditionen und füreinander.
Gerade in einer Zeit, in der vieles schnelllebig geworden ist, erinnern uns diese Orte daran, was Bestand hat: Gemeinschaft, Engagement und die tiefe Verwurzelung im Glauben.
Mit dem Beginn der Gottesdienste nach der Winterzeit werden diese besonderen Orte wieder mit Leben erfüllt. Wir laden Sie herzlich ein, mitzufeiern, innezuhalten und die besondere Atmosphäre dieser beiden Kirchen selbst zu erleben.


