06.07-14.07. Pilgerreise auf dem Jakobsweg
„Der Weg ist das Ziel.“ Dieses bekannte Pilgerwort begleitete unsere Pfarrwallfahrt auf dem portugiesischen Jakobsweg, die vom 6. bis 14. Juli 2026 stattfand. Mit 19 Teilnehmerinnen und Teilnehmern machte sich unsere Pilgergruppe auf den Weg, um gemeinsam Glauben, Gemeinschaft und die beeindruckende Landschaft Galiziens zu erleben.

Unsere Reise begann mit dem Flug von München nach Porto. Nach der Ankunft erkundeten wir bei einer interessanten Stadtführung die zweitgrößte Stadt Portugals. Porto begeisterte uns mit seiner historischen Altstadt, den engen Gassen, den prachtvollen Kirchen und der einzigartigen Atmosphäre am Ufer des Douro. Gemeinsam ließen wir den ersten Tag bei einem gemütlichen Abendessen ausklingen.

Am nächsten Morgen fuhren wir über Valença nach Tui in Spanien. Dort begann unser eigentlicher Pilgerweg auf dem Camino Portugués, einem der traditionsreichsten Jakobswege Europas. Von Tui führte uns der Weg über O Porriño, Redondela, Pontevedra, Caldas de Reis und Padrón bis nach Santiago de Compostela.
Jede Etappe hatte ihren eigenen Charakter. Wir wanderten durch schattige Eukalyptus- und Kiefernwälder, vorbei an Weinbergen, kleinen Dörfern, alten Steinbrücken und zahlreichen romanischen Kirchen. Immer wieder boten sich herrliche Ausblicke auf die sanft hügelige Landschaft Galiziens. Die Region ist bekannt für ihre üppige Natur, ihre Gastfreundschaft und ihre reiche Kultur. Das angenehme Wetter begleitete uns während der gesamten Wallfahrt: Am Vormittag sorgten Temperaturen um die 20 Grad und leichter Nebel für ideale Bedingungen zum Pilgern. Am Nachmittag konnten wir bei strahlendem Sonnenschein die Schönheit Galiziens genießen.
Der geistliche Charakter der Wallfahrt stand im Mittelpunkt unserer Reise. Täglich feierten wir gemeinsam die Heilige Messe und nahmen uns Zeit für Gebet, Stille und persönliche Gespräche. Besonders eindrucksvoll war die Abendmesse im berühmten Marienwallfahrtsort Pontevedra, wo wir einen feierlichen Pilgersegen empfangen durften. Diese besonderen Momente stärkten unseren Glauben und machten den Jakobsweg zu weit mehr als einer Wanderung zu einem gemeinsamen Weg mit Gott.

Auch die Gemeinschaft kam nicht zu kurz. Jeden Abend ließen wir den Tag bei einem gemeinsamen Essen ausklingen. Dabei lernten wir die Spezialitäten der galizischen Küche kennen: Tortilla, Tapas, frischen Fisch und Meeresfrüchte, Fleischgerichte, frisches Obst und Gemüse sowie ganz nach spanischer Tradition, ein Glas Wein, Bier oder einfach Wasser. Die vielen Gespräche, das Lachen und das gemeinsame Erleben machten unsere Gruppe zu einer echten Pilgergemeinschaft.

Eine besondere Überraschung wartete am Abend auf viele von uns: Gemeinsam verfolgten wir die Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft. Anfangs ahnte niemand, dass wir schließlich während unserer Pilgerreise den Weg der späteren Weltmeister bis zum Finale miterleben würden. Als Spanien am letzten Sonntag den Titel gewann, war die Freude groß ein schönes gemeinsames Erlebnis, das unsere Reise zusätzlich bereicherte.
Der Höhepunkt unserer Wallfahrt war schließlich die Ankunft in Santiago de Compostela. Nach 117 Kilometern zu Fuß erreichten wir voller Freude und Dankbarkeit das Ziel unserer Pilgerreise. Gemeinsam feierten wir den Gottesdienst in der imposanten Kathedrale des Apostels Jakobus, einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte der Christenheit. Für viele war dies ein bewegender Augenblick, der lange in Erinnerung bleiben wird.
Natürlich durfte auch der Besuch des Pilgerbüros nicht fehlen. Dort erhielt jede Pilgerin und jeder Pilger die Compostela, die offizielle Pilgerurkunde als Bestätigung, den Jakobsweg zu Fuß zurückgelegt zu haben. Mit großer Freude und auch ein wenig Stolz nahmen alle ihre Urkunde entgegen, ein sichtbares Zeichen für die geleisteten Anstrengungen und die vielen unvergesslichen Erfahrungen auf dem Weg.
Ein ganzer freier Tag in Santiago bot Gelegenheit, die Stadt individuell zu entdecken. Ob beim Besuch der kleinen Gassen, der Plätze, der Cafés oder beim stillen Verweilen in der Kathedrale, jeder konnte diese besondere Atmosphäre auf seine eigene Weise genießen.
Unsere Wallfahrt hat uns gezeigt, dass der Jakobsweg weit mehr ist als eine sportliche Herausforderung. Er ist ein Weg der Begegnung – mit Gott, mit den Mitmenschen und auch mit sich selbst. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer kehrten mit neuer Kraft, vielen schönen Erinnerungen und großer Dankbarkeit nach Hause zurück.
Die Pfarrei bedankt sich herzlich bei allen Pilgerinnen und Pilgern für die gute Gemeinschaft, die gegenseitige Unterstützung und die vielen schönen gemeinsamen Stunden. Ein besonderer Dank gilt allen, die zur Organisation und zum Gelingen dieser Wallfahrt beigetragen haben.
Schon jetzt dürfen wir mitteilen, dass unsere Pfarrei auch im kommenden Jahr wieder eine Pilgerreise auf dem Jakobsweg organisieren wird. Alle Interessierten sind bereits heute herzlich eingeladen, sich diesem besonderen Weg anzuschließen. Denn wer einmal den Jakobsweg gegangen ist, weiß: Man kommt nicht als derselbe Mensch zurück, der aufgebrochen ist.


