15.08. Mariä Himmelfahrt – Maria, aufgenommen in die Herrlichkeit Gottes

Mariä Himmelfahrt – Maria, aufgenommen in die Herrlichkeit Gottes

Am 15. August feiert die Kirche das Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel, im Volksmund besser bekannt als Mariä Himmelfahrt. Es ist eines der ältesten und zugleich schönsten Marienfeste des Kirchenjahres. An diesem Tag richtet sich unser Blick auf Maria, die Mutter Jesu, und zugleich auf die große Hoffnung, die allen Christen verheißen ist: Unser Leben hat ein Ziel bei Gott.

Die Kirche bekennt, dass Maria am Ende ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in die Herrlichkeit des Himmels aufgenommen wurde. Damit wird Maria zu einem Zeichen der Hoffnung für uns alle. Was an ihr bereits Wirklichkeit geworden ist, darauf dürfen auch wir vertrauen: Gott lässt den Menschen nicht im Tod zurück, sondern ruft ihn zum Leben bei sich.

Das Fest Mariä Himmelfahrt lädt deshalb dazu ein, mitten im Sommer innezuhalten, Gott für die Schönheit seiner Schöpfung zu danken und unser eigenes Leben neu in seine Hände zu legen.

Im Magnificat, dem großen Lobgesang Marias, heißt es:

„Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.“
(Lk 1,46–47)

Maria weiß, dass ihr Leben nicht aus eigener Kraft gelingt. Sie vertraut auf Gott. Ihr „Ja“ bei der Verkündigung wird zum Anfang einer einzigartigen Geschichte: In ihr nimmt Gottes Sohn menschliche Gestalt an.

Darum steht Maria am Fest ihrer Aufnahme in den Himmel nicht nur im Mittelpunkt der Verehrung. Sie weist über sich selbst hinaus auf Christus. Ihr ganzes Leben ist ein Hinweis auf Gott.

Zu den besonders liebenswerten Bräuchen des Festes gehört die Segnung der Kräuter und Blumen. Auch in unseren Pfarrgemeinden werden am Fest Mariä Himmelfahrt Kräuterbuschen zur Segnung mitgebracht.

Der Brauch ist seit vielen Jahrhunderten in der Kirche bezeugt. Die duftenden Kräuter erinnern an die Schönheit und Fülle der Schöpfung und verbinden den Glauben mit dem Alltag der Menschen.

Traditionell werden unterschiedliche Kräuter und Blumen zu einem Strauß gebunden. Je nach Region finden sich darin beispielsweise Johanniskraut, Kamille, Salbei, Schafgarbe, Minze und viele weitere Pflanzen. Die Kräuterbuschen sind dabei nicht einfach ein schöner Schmuck. Sie werden zum Zeichen des Dankes: Alles, was wächst und blüht, ist letztlich Gabe Gottes.

Die alte Überlieferung erzählt, dass das Grab Mariens nach ihrer Aufnahme in den Himmel einen wunderbaren Duft von Blumen und Kräutern verströmte. Aus dieser Überlieferung entwickelte sich die Verbindung von Mariä Himmelfahrt mit der Kräutersegnung.

Wenn wir unsere Kräuterbuschen segnen lassen und mit nach Hause nehmen, nehmen wir deshalb nicht einfach ein Stück „Brauchtum“ mit. Wir nehmen ein Zeichen des Glaubens mit: Gottes Segen begleitet unser Leben und seine Schöpfung.

Die gesegneten Kräuter wurden früher im Haus, im Stall oder an einem besonderen Ort aufbewahrt. Sie erinnerten die Menschen daran, dass sie ihr Leben und ihre Arbeit Gott anvertrauen dürfen. Auch heute können sie zu einem sichtbaren Zeichen des Gebetes und des Vertrauens werden.

Patrozinium in Rudelzhausen

Für die Pfarrgemeinde Rudelzhausen ist Mariä Himmelfahrt in besonderer Weise ein Festtag: Die Pfarrkirche steht unter dem Schutz der Gottesmutter. Deshalb feiern wir an diesem Tag das Patrozinium.

Ein Patrozinium ist mehr als der Namenstag einer Kirche. Es ist jedes Jahr eine Einladung, sich neu daran zu erinnern, unter welchem Zeichen eine Pfarrgemeinde lebt. Maria begleitet als Mutter und Fürsprecherin den Weg unserer Gemeinde.

Dabei dürfen wir uns ihrem Wort aus dem Magnificat anschließen:

„Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.“
(Lk 1,48)

Maria zeigt uns, dass Größe vor Gott nicht darin besteht, möglichst viel Macht oder Ansehen zu besitzen. Größe bedeutet, sich Gott anzuvertrauen und ihm Raum im eigenen Leben zu geben.

Auch Tegernbach feiert sein Patrozinium

Auch in Tegernbach wird Mariä Himmelfahrt als Patrozinium der Pfarrkirche festlich begangen. Die Feier ist eine Gelegenheit, als Gemeinde zusammenzukommen, miteinander Eucharistie zu feiern und Maria als Fürsprecherin anzurufen.

In einer Zeit, in der vieles schnelllebig geworden ist, sind solche Feste besonders wertvoll. Sie verbinden Generationen miteinander. Was Großeltern und Eltern gefeiert haben, wird von Kindern und Enkeln weitergetragen. Gebet, Musik, Prozessionen, Kräuterbuschen und die Feier des Gottesdienstes gehören dabei zu einem lebendigen Glauben, der nicht nur in der Kirche, sondern mitten im Alltag der Menschen zu Hause ist.

 

Gottesdienste rund um Mariä Himmelfahrt

Freitag, 14. August – Vorabend des Festes

Rudelzhausen – 19:00 Uhr
Marienvesper mit anschließender Lichterprozession

 

Samstag, 15. August – Hochfest Mariä Himmelfahrt

Patrozinium in der Pfarrkirche
Tegernbach – 08:45 Uhr

Patrozinium in der Pfarrkirche
Rudelzhausen – 10:00 Uhr
Musikalische Gestaltung durch den Kirchenchor Rudelzhausen

 

Hebrontshausen – 08:45 Uhr
Puttenhausen – 10:00 Uhr

 

Bei den Gottesdiensten besteht die Möglichkeit, die mitgebrachten Kräuterbuschen segnen zu lassen.

Maria, du Zeichen der Hoffnung, bitte für uns!