1. Advent

 

 

Liebe Kinder,

Liebe Erwachsene,

wir möchten Euch dazu einladen, diese kurze Hausandacht in einem schönen, adventlichen Rahmen bei Euch zuhause zu feiern.

Sie ist gedacht als kleine Auszeit vom vorweihnachtlichen Trubel, in der wir uns auf den Kern der Weihnachtszeit besinnen und die Gemeinschaft in der Familie genießen.

Die Lesepassagen und Gebete können auf die Familienmitglieder aufgeteilt werden.

Auf der nächsten Seite geht es schon los!

Wir versammeln uns um den Adventskranz oder um eine schöne Kerze auf dem Tisch und werden ruhig.

Wir beginnen unsere Andacht mit dem Kreuzzeichen.

 

Lied: „Wir sagen Euch an den lieben Advent“

Ein Kind kann die erste Kerze des Adventskranzes anzünden.

 

Gebet:

Um mich herum ist es ganz still geworden.
Aber die Stimmen in mir sind noch ganz laut:
Dies und das müsste ich noch tun,
schnell erledigen.
Wenn ich in das leise flackernde Licht
der Adventskerze schaue, spüre ich:
Guter Gott, du schenkst mir Ruhe,
Zeit zum Innehalten.
Zeit, um ganz da zu sein.

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Wir lesen eine Geschichte:

Ein König hatte zwei Söhne. Als er alt wurde, wollte er einen der beiden zu seinem Nachfolger bestellen. Er versammelte die Weisen seines Landes und rief seine beiden Söhne herbei. Er gab jedem der beiden fünf Silberstücke und sagte: „Ihr sollt für dieses Geld die Halle in unserem Schloss bis zum Abend füllen. Womit, das ist eure Sache.“

Der älteste Sohn ging davon und kam an einem Feld vorbei, auf dem die Arbeiter dabei waren, das Zuckerrohr zu ernten. Das ausgepresste Zuckerrohr lag nutzlos herum. Er dachte sich: „Das ist eine gute Gelegenheit. Mit dem Zuckerrohr kann ich die Halle meines Vaters füllen.“ So kaufte er für die fünf Silberstücke das ausgepresste Zuckerrohr und ließ es von den Arbeitern bis zum späten Nachmittag in die Halle schaffen. Als sie gefüllt war, ging er zu seinem Vater und sagte: „Ich habe deine Aufgabe erfüllt. Auf meinen Bruder brauchst du nicht mehr zu warten. Mach mich zu deinem Nachfolger.“ Der Vater antwortete: „Es ist noch nicht Abend. Ich werde warten.“ Bald darauf kam auch der jüngere Sohn. Er bat darum, das ausgedroschene Zuckerrohr wieder aus der Halle zu entfernen. So geschah es. Dann stellte er mitten in die Halle eine Kerze und zündete sie an. Ihr Schein füllte die Halle bis in die letzte Ecke hinein. Der Vater sagte: „Du sollst mein Nachfolger sein. Dein Bruder hat fünf Silberstücke ausgegeben, um die Halle mit nutzlosem Zeug zu füllen. Du hast nicht einmal ein Silberstück gebraucht und hast sie mit Licht erfüllt. Du hast sie mit dem gefüllt, was die Menschen brauchen.“ 

 

Gespräch: Was will uns diese Geschichte sagen? Wir überlegen gemeinsam. 

(Hilfe: Wer tut was und warum? An wen denkt der ältere Bruder/ jüngere Bruder bei seinem Tun? Warum darf der jüngere Sohn die Nachfolge antreten und nicht der ältere? Was bedeutet Licht für die Menschen? Was bedeutet Nachfolge für uns?) 

 

Meditation: 

Wir blicken auf den Adventskranz. Die Kerzen stehen wie in der Geschichte für das Licht, das uns wärmt. Dort, wo Kerzen leuchten, schwindet das Dunkel. Wir können sehen und fühlen uns wohler. 

In der Vorweihnachtszeit kommt jeden Sonntag eine Kerze am Adventskranz dazu. Das Licht, das unseren Raum erhellt, wird also immer heller. In gewisser Weise ist der Adventskranz eine „Uhr“ für die Vorweihnachtszeit. Je näher Weihnachten kommt, desto heller erstrahlt der Adventskranz. An Weihnachten, dem Fest der Freude über die Geburt Jesu, strahlt dann sogar der Tannenbaum in vollem Glanz. Das Grün des Kranzes steht für das Leben, das wir durch Gott haben, und für die Hoffnung, die wir haben, weil Gott uns begleitet und uns Jesus gesandt hat. Der Kranz ist außerdem rund, was ein Zeichen für die Unendlichkeit und Größe Gottes ist. So wie der Kranz keinen Anfang und kein Ende hat, so ist Gott auch immer da. 

 

Abschließendes Gebet:

Guter Gott,
es gib so vieles,
was auf uns einstürmt.
Manchmal ist es
gar nicht so einfach,
Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.
Dann hilf du uns,
aufmerksam zu werden
für das,
was wirklich wichtig ist.
Amen.

 

2. Advent

 

Liebe Kinder,

Liebe Erwachsene,

wir möchten Euch dazu einladen, diese kurze Hausandacht in einem schönen, adventlichen Rahmen bei Euch zuhause zu feiern. Sie ist gedacht als kleine Auszeit vom vorweihnachtlichen Trubel, in der wir uns auf den Kern der Weihnachtszeit besinnen und die Gemeinschaft in der Familie genießen.

Auf der nächsten Seite geht es schon los!

Wir versammeln uns um den Adventskranz oder um eine schöne Kerze auf dem Tisch und werden ruhig.

Wir beginnen unsere Andacht mit dem Kreuzzeichen.

 

Lied: „Wir sagen Euch an den lieben Advent“

Ein Kind kann die erste und zweite Kerze des Adventskranzes anzünden.

 

Gebet:

Um mich herum ist es ganz still geworden.

Aber die Stimmen in mir sind noch ganz laut:

Dies und das müsste ich noch tun,

schnell erledigen.

Wenn ich in das leise flackernde Licht

der Adventskerze schaue, spüre ich:

Guter Gott, du schenkst mir Ruhe,

Zeit zum Innehalten.

Zeit, um ganz da zu sein.

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Wir lesen eine Geschichte:

Vor vielen hundert Jahren lebte der Heilige Nikolaus in dem Land, das wir heute Türkei nennen. In seinen jungen Jahren war Nikolaus natürlich noch kein Bischof. Und noch lebte er auch nicht in Myra, sondern in einer anderen Stadt. Nikolaus war damals ein reicher Mann. Von seinen Eltern hatte er viel Geld und Besitz geerbt.

Während eines schönen Sommertags spazierte Nikolaus in seiner Heimatstadt umher und genoss den Tag. Plötzlich hört er hinter einer Mauer eine traurige Stimme: „Morgen werdet ihr zu euren neuen Dienstherren gehen,“ sagt eine tiefe Männerstimme. „Wie gerne würde ich euch bei mir behalten. Aber ich bin arm. Ich schaffe es nicht, genug Geld zum Leben für uns alle zu verdienen.“

Die traurige Stimme des Vaters und das Weinen der Mädchen stimmen Nikolaus nachdenklich. Kann er nicht helfen? Rasch läuft er zurück in sein Haus. Dort füllt er einen Sack mit Goldstücken. Er eilt zurück zur Gartenmauer. Er geht bis zu der Stelle, an der die Mauer ein Fenster zum Wohnhaus hat. Dort nimmt er den Sack mit den Goldstücken und wirft ihn hinein! Bevor noch jemand aus dem Fenster schauen kann, dreht er sich um und läuft davon.

Im Haus hat der arme Vater das ungewöhnliche Geräusch am Fenster gehört. Und wie groß ist seine Überraschung, als er den aufgeplatzten Sack und die vielen Geldstücke entdeckt! Woher das Geld wohl kommt? Rasch schaut der Vater auf die Straße hinaus. Aber dort ist es menschenleer! Nur etwas weiter oben in der Straße, dort, wo die Häuser der Reicheren stehen, meint er eine Bewegung an der Haustüre wahrzunehmen. Dort wohnt doch der reiche junge Mann, dieser Nikolaus?! Er wendet seinen Blick wieder dem Geld zu: Ob es wirklich für ihn und seine Töchter bestimmt ist? Dann wäre er allen Kummer und alle Sorgen los! Die Frage, wer der gute Geber ist, lässt ihm keine Ruhe. Er beschließt, im Haus von Nikolaus nachzufragen. All seinen Mut nimmt er zusammen und klopft an. Der Diener führt ihn zu Nikolaus in den Garten. „Junger Herr“, spricht der Vater, und sinkt vor Nikolaus auf die Knie, „sag, bist du es, der einen Geldsack durchs Fenster in mein Haus geworfen hat? Wolltest Du damit wirklich mir und meinen Töchtern helfen?“

„Steh nur auf“, antwortet Nikolaus und hilft dem Mann auf die Füße. „Ich hörte zufällig von deiner Not. Es ist doch nicht schwer, von dem Vielen, was ich besitze, abzugeben. Du brauchst mir nicht zu danken. Ich freue mich mit euch, wenn es dir und deinen Töchtern gutgeht.“

 

Gespräch: Erzählt die Geschichte doch einmal aus dem Blickwinkel von Nikolaus. Was hat er an diesem Tag erlebt? Was fällt Euch auf?

 

Meditation: Nikolaus lies sich vom Leid seiner Mitmenschen berühren und versuchte zu helfen. Das konnte er, weil er offen war für seine Mitmenschen und ihre Probleme. Er lebte im Überfluss, sodass das Geben vielleicht gar nicht so schwer für ihn war. Aber er hätte auf seinem Spaziergang einfach weitergehen können und das schöne Wetter genießen. Er blieb aber lieber stehen und hörte der traurigen Stimme zu. Dann half er der Familie. Manchmal braucht es jedoch keinen Beutel mit Gold, um jemanden zu helfen. Manchmal hilft es einfach, dass man seinen Alltag kurz unterbricht und dem anderen zuhört. Manchmal ist das schon eine große Hilfe.

 

Abschließendes Gebet:

Guter Gott,
Wenn wir nicht mehr weiterwissen,
wenn wir mutlos und trostlos sind,
warten wir auf den Umschwung, auf Hilfe, auf Trost.
Manchmal kommt Hilfe von jemandem,
vom dem wir es nicht erwarten.
Manchmal schenkt uns jemand ein gutes Wort,
mit dem wir nicht gerechnet haben.
Wir dürfen Vertrauen haben und ohne Angst
in die Zukunft schauen.
Dafür danken wir dir.
Und wir können selber offen werden
für die Nöte anderer Menschen.
Hilf uns dabei.
Amen.

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Passend zum Thema Licht wollen wir das Pfarrheim Tegernbach dieses Jahr in vollem Glanz erstrahlen lassen. Schaut doch einfach einmal vorbei und bringt am besten Eure eigenen Fensterbilder mit. Ihr könnt sie auf der Terrasse in einer Box ablegen. Wir hängen sie in die Fenster. So – und noch viel schöner – könnte das aussehen:

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3. Advent

 

Liebe Kinder,

Liebe Erwachsene,

wir möchten Euch dazu einladen, diese kurze Hausandacht in einem schönen, adventlichen Rahmen bei Euch zuhause zu feiern. Sie ist gedacht als kleine Auszeit vom vorweihnachtlichen Trubel, in der wir uns auf den Kern der Weihnachtszeit besinnen und die Gemeinschaft in der Familie genießen. Die Lesepassagen und Gebete können wieder auf die Familienmitglieder aufgeteilt werden. Wir versammeln uns um den Adventskranz oder um eine schöne Kerze auf dem Tisch und werden ruhig.

Wir beginnen unsere Andacht mit dem Kreuzzeichen: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

 

Lied: „Wir sagen Euch an den lieben Advent“

 

Ein Kind kann die erste, zweite und dritteKerze des Adventskranzes anzünden.

GebetUm mich herum ist es ganz still geworden.

Aber die Stimmen in mir sind noch ganz laut:

Dies und das müsste ich noch tun,

schnell erledigen.

Wenn ich in das leise flackernde Licht

der Adventskerze schaue, spüre ich:

Guter Gott, du schenkst mir Ruhe,

Zeit zum Innehalten.

Zeit, um ganz da zu sein.

Wir lesen eine Geschichte:

Es war einmal ein armer Schuster, der hieß Martin. Bei seiner Arbeit schaute er oft aus dem Fenster und konnte die Menschen sehen, die draußen auf der Straße vorübergingen. Von morgens bis abends schnitt er Leder zurecht, nagelte neue Sohlen auf die Schuhe oder nähte einen Flicken auf eine geplatzte Naht. Wenn der Advent kam und es abends draußen dunkel wurde, zündete Martin die Lampe an und las in seinem Lieblingsbuch. Es war die Bibel mit den vielen Geschichten von Jesus. Den ganzen Tag freute er sich auf dieses Buch. Wie gern hätte ich Jesus doch einmal selbst getroffen,dachte er sich oft. An einem Morgen beobachtete Martin während der Arbeit den alten Stephan. Er schaufelte gerade den Schnee von der Straße. Die Arbeit strengte ihn sehr an. Martin hatte Mitleid mit dem armen Mann und rief ihn zu sich herein. „Komm herein, Stephan! Wärme dich in meiner Stube!“ Dankbar nahm Stephan die Einladung an. „Setz dich zu mir an den Tisch, Stephan! Ich will dir ein Glas Tee einschenken“, sagte er. Als Stephan gegangen war, schaute Martin bei der Arbeit wieder aus dem Fenster. Da sah er eine junge Mutter mit einem kleinen Kind auf den Armen. Die Frau fror in ihrem dünnen Kleid. Sie versuchte, ihr Kind vor dem kalten Wind zu schützen. Komm herein, Frau! rief ihr Martin zu. Hier drinnen kannst du dein Kind besser wickeln. Martin nahm die Suppe vom Herd, die er für sich selbst gekocht hatte und gab sie der Frau. Als es zu dunkel zum Arbeiten wurde, fing er wieder in seinem Lieblingsbuch an zu lesen und da fiel sein Blick auf die Stelle, wo Jesus sagt:Ich war hungrig und ihr habt mir zu essen geben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken geben.Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ Da hielt Martin kurz inne und dachte mit einem stillen Lächeln im Gesicht: Na sowas, da bin ich ja heute tatsächlich Jesus begegnet!“ Und glücklich rückte er seine Brille zurecht und las weiter.

Gespräch: Wie kann das aussehen, wenn man im Alltag Jesus begegnet? Mit welchen Menschen identifiziert Jesus sich besonders? Was kann das für uns heißen?

Meditation: Der 3. Advent trägt den Namen Gaudete, was „Freut Euch“ bedeutet. Worauf wir uns an diesem Sonntag besonders freuen dürfen, ist das Kommen Jesu, das wir an Weihnachten feiern. Weihnachten bedeutet,dass Gott in die Welt hineinkommt und sich in Jesus zu unserem Bruder macht. Er will uns begegnen und für uns da sein, gerade wenn es uns schlecht geht. Das ist auch eine Einladung an uns, im anderen, gerade wenn es ihm oder ihr schlecht geht, den Bruder oder die Schwester zu sehen, an deren Stelle sich Jesus setzt, wenn er sagt: „Was Ihr für einen meiner geringsten Brüder getan hab, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25, 40). Vielleicht kann aus soeiner Begegnung auch eine große Freude erwachsen und Weihnachten in unseren Herzen werden.

Abschließendes Gebet:

Guter Gott,
es gibt Menschen, die lassen dein Licht
in ihrem Leben durchscheinen,
denn sie sind freundlich und liebevoll.
Sie können Angst und Dunkelheit vertreiben.
Sie sind wie ein Stern, der anderen den Weg weist.
Hilf uns, dein Licht und Deine Liebe
in unserem Leben durchscheinen zu lassen.
Amen.

 

 

4. Advent

 

 

Liebe Kinder,

Liebe Erwachsene,

wir möchten Euch dazu einladen, diese kurze Hausandacht in einem schönen, adventlichen Rahmen bei Euch zuhause zu feiern. Sie ist gedacht als kleine Auszeit vom vorweihnachtlichen Trubel, in der wir uns auf den Kern der Weihnachtszeit besinnen und die Gemeinschaft in der Familie genießen. Die Lesepassagen und Gebete können wieder auf die Familienmitglieder aufgeteilt werden. Und schon geht es los! Wir versammeln uns um den Adventskranz oder um eine schöne Kerze auf dem Tisch und werden ruhig. Wir beginnen unsere Andacht mit dem Kreuzzeichen.

 

Lied: „Wir sagen Euch an den lieben Advent“

Ein Kind kann die vier Kerzen des Adventskranzes anzünden.

 

Gebet:

Um mich herum ist es ganz still geworden.

Aber die Stimmen in mir sind noch ganz laut:

Dies und das müsste ich noch tun,

schnell erledigen.

Wenn ich in das leise flackernde Licht

der Adventskerze schaue, spüre ich:

Guter Gott, du schenkst mir Ruhe,

Zeit zum Innehalten.

Zeit, um ganz da zu sein.

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Wir lesen eine Geschichte:

„Wo steckt er denn schon wieder?“ Shahab schimpfte leise vor sich hin. Seit mehr als einer halben Stunde suchte er nun schon den Palast mit seinen vielen Zimmern ab, und überall hatte Shahab bereits gesucht. Inzwischen war es dunkel geworden. Die Nacht brach herein, und er suchte immer noch seinen Herrn, den König. Dabei warteten die hungrigen Gäste schon im großen Saal des Palastes. Ratlos setzte sich Shahab auf die Treppe. „He Shahab, was ist los? Warum sitzt du hier herum?“ Karim, der alte Palastdiener, kam um die Ecke. „Ach Karim, ich kann den König nicht finden.“ Karim lachte laut: „Ach Shahab, mein junger Freund, da kann ich dir helfen. Geh zum Turm hoch. Dort oben ist ein großes Zimmer mit vielen Büchern. Es ist der Lieblingsplatz unseres Königs. Dort findest du ihn sicher.“ „Danke Karim, ich danke dir vielmals!“ Erleichtert lief Shahab los. So schnell er konnte, sprang er die steile Treppe zum Turm hoch. Außer Atem stand er schon bald vor der schweren Holztür. Ohne anzuklopfen, öffnete er sie mit Schwung und blieb sofort erstaunt stehen. So einen Raum hatte er noch nie gesehen. Überall an den Wänden waren große Regale mit Büchern. Auf einem alten Tisch mitten im Raum lag ein besonders großes Buch aufgeschlagen, mit wunderschön leuchtenden Sternen. Vor Staunen übersah er fast seinen Herrn, der am offenen Fenster stand. Er hatte ein seltsames, langes Rohr vor dem Auge und schaute damit ganz versunken in den Sternenhimmel. Shahab scharrte leise mit den Füßen und räusperte sich: „Gnädiger König, die Gäste warten schon auf Euch.“ „Gäste, welche Gäste?“ Verwirrt schaute der König seinen Diener an. „Weißt du, was dort oben am Himmel zu sehen ist? Ein wunderbarer neuer Stern, den ich nie zuvor gesehen habe. Seit zehn Nächten beobachte ich ihn nun schon. Komm her und schau selbst! Mit diesem Fernrohr wirst du ihn gut erkennen können.“ Neugierig stellte Shahab sich neben seinen Herrn und hielt das seltsame Rohr an sein Auge. Tatsächlich, nun sah auch er ganz deutlich den wunderschönen, hellen Stern am Himmel. „Weißt du, Shahab, der Stern wandert jede Nacht ein Stück weiter. Das ist ungewöhnlich. Ich fragte mich die ganze Zeit, was das wohl bedeutet – und stell dir vor, heute Nacht habe ich die Antwort gefunden.“ Langsam ging der König zum Tisch, auf dem das große alte Buch lag. Seine Stimme klang ganz aufgeregt: „Hier steht es geschrieben. Der Stern wird uns den Weg zeigen. Den Weg zu einem neuen König, der für alle Menschen geboren wird, um Frieden zu bringen.“ Jetzt schaute der König Shahab fest in die Augen. „Gleich morgen Nacht will ich aufbrechen. Ich will dem Stern folgen, bis er mich dorthin geführt hat, wo ich den neuen König der Welt finde. Morgen früh soll alles für die Reise bereit gemacht werden. Sattelt mein Kamel, packt Kleidung, Essen und Geschenke ein.“ „Aber Herr“, stammelte Shahab, „Ihr wisst doch gar nicht, wohin der Stern Euch führen wird! Vielleicht wird es eine sehr gefährliche Reise, bleibt doch lieber hier.“ „Ach Shahab“, sagte der König und lachte, „du brauchst dich nicht zu sorgen, der Stern wird mich sicher leiten. Komm, lass uns gehen, die Gäste sollen nicht länger warten.“

Gespräch: Was ist Euch bei der Geschichte aufgefallen?
(Hilfe: Warum will der König aufbrechen? Was bringt ihn dazu, dem Stern zu folgen? Würde jeder dem Stern folgen wollen, wenn er der König wäre? Unbedingt, vielleicht, auf keinen Fall?)

Meditation:
Der König aus der Geschichte hat sicher viel zu tun. Er hat sein Land zu regieren, seinen Palast zu leiten und sich um seine Gäste zu kümmern. Trotzdem nimmt er sich abends aber Zeit dafür, den Himmel zu beobachten. Er richtet seinen Blick auf etwas, das über seinen Alltag hinausgeht. Als er den Stern am Himmel entdeckt, lässt er sich von dieser Entdeckung begeistern und verbringt seine Zeit damit, die Bedeutung dieses Sternes zu verstehen. Und schließlich bricht er sogar zu einer Reise ins Ungewisse auf, im Vertrauen auf den Stern. Vielleicht kann uns die Offenheit, die Begeisterungsfähigkeit und die Zuversicht des orientalischen Königs auf seiner Reise nach Bethlehem als Beispiel dienen für unseren eigenen Weg zum Weihnachtsfest.

Abschließendes Gebet:

Guter Gott,
gib uns Offenheit und Begeisterung,
Zuversicht und Tatenkraft,
damit wir uns auf den Weg machen
und deine Liebe und Güte
in der Welt leuchten lassen.
Amen