Tegernbach – Brünnlkirche
Name und Patrozinium:
Wallfahrtskirche Mariä Brünnl
Lourdes-Kapelle
Johannes Nepomuk Kapelle
Geschichte:
Am Ursprung dieser ehrwürdigen Wallfahrt steht nicht ein prunkvoller Bau, nicht das Werk großer Meisterhände, sondern die unscheinbare Quelle, ein kleiner Brunnen am Fuße des sanft nach Nordwesten abfallenden Hügels. Dort, so überliefert es der fromme Glaube der Vorfahren, wurde einst ein kleines, aber von göttlichem Glanz berührtes Marienbildnis aufgefunden und geborgen. Es war, als habe der Himmel selbst diesen Ort erwählt, um den Menschen ein Zeichen seiner Nähe zu schenken. Bald erhob sich an dieser heiligen Stätte ein bescheidenes hölzernes Kirchlein, eine Kapelle des Glaubens und der Hoffnung, zu der die Gläubigen in wachsender Zahl ihre Schritte lenkten, getragen vom Vertrauen auf die Fürsprache der Gottesmutter.
Als die Sehnsucht der Herzen wuchs und die Kunde vom Wunderbrunnen sich verbreitete, reifte der Entschluss, an Stelle des schlichten Holzbaues ein würdigeres Gotteshaus zu errichten. So erhob sich zwischen den Jahren 1687 und 1698 die barocke Kirche, die bis heute inmitten freier Natur wie eine himmlische Krone auf der Anhöhe thront. Weit hinaus sichtbar verkündet sie den Vorübergehenden, dass hier der Himmel die Erde berührt, und lädt zum stillen Gebet, zur Sammlung und zur Einkehr.
Doch wie so oft in der Geschichte, wandelte sich auch hier das Geschick: Um das Jahr 1830 erlosch das Feuer der Wallfahrt beinahe, und das Gotteshaus verfiel in trostlose Verwahrlosung. Aber die göttliche Vorsehung ließ diesen Ort nicht verwaisen. Im Jahre 1839 wurden durch Opferbereitschaft und mit Privatmitteln die Mauern erneuert, das Dach erhoben, das Innere wieder zum Leuchten gebracht. Neue Lebenskraft strömte hinein, als die Herz-Mariä-Bruderschaft von Tegernbach die alte Tradition aufnahm und die Wallfahrt zu neuem Blühen brachte. Bis heute feiern die Gläubigen dort ihr Hauptfest am dritten Sonntag im September – ein Fest der Hingabe, der Freude und des tiefen Dankes gegenüber der Gottesmutter.
Doch auch schwere Prüfungen blieben der Brünnlkirche nicht erspart. Im Jahr 1973 geschah ein schmerzlicher Einbruch, bei dem ein großer Teil der kunstvollen und wertvollen Ausstattung geraubt wurde. Nur wenige Stücke fanden ihren Weg zurück, und doch blieb der Geist des Ortes unerschütterlich. Denn nicht Gold und Silber, nicht Bilder und Reliquien sind der wahre Schatz der Kirche, sondern der lebendige Glaube der Menschen, die dort verweilen, beten und ihr Herz öffnen.
Seither trägt die Brünnlkirche eine weitere bedeutungsvolle Aufgabe: Seit eben jenem Jahr 1973 pilgern die Frauen der Hallertau in tiefer Verbundenheit zu diesem Ort. Die Hallertauer Frauenwallfahrt wurde ins Leben gerufen und erfreut sich seither einer so großen Beliebtheit unter den katholischen Frauenbünden der Umgebung, dass sie nicht mehr im Inneren des Kirchleins, sondern im Freien vor den Toren der Kirche gefeiert wird. Unter dem weiten Himmelszelt versammeln sich Generationen von Frauen, die in Gebet und Gesang, in Dank und Bitte, in Freude und Leid die Kraft des Glaubens erneuern.
Zur geistlichen Landschaft der Brünnlkirche gehören zudem die ehrwürdige Lourdes-Kapelle und die Johannes-Nepomuk-Kapelle, die beide am Fuße der Anhöhe den Pilger grüßen. Sie sind gleichsam die Tore zum Heiligtum, stille Wächter am Weg, die die Herzen der Wallfahrer vorbereiten auf die Begegnung mit dem Göttlichen.
So bleibt die Brünnlkirche bis heute ein Ort der Hoffnung, ein Leuchtturm des Glaubens, eine stille Oase der Andacht. Hier treffen sich Himmel und Erde, Vergangenheit und Gegenwart, Mensch und Gott. Wer diesen heiligen Ort betritt, spürt: Die Geschichte ist nicht nur eine Erzählung vergangener Tage, sondern ein lebendiges Zeugnis der Treue Gottes, die alle Zeiten überstrahlt.
Wallfahrtstermine:
Hauptfest der Herz-Mariä-Bruderschaft Tegernbach am dritten Sonntag im September
Hallertauer Frauenwallfahrt am vierten Sonntag im September
Maiandachten an jedem Sonntag im Mai




